TLB ARCHITECTURE

 Der Rumpf ist der Unterwasserteil des Eisbergs und der Schlüssel zum Erfolg.

LEISTUNG UND ENERGIE

Tanguy Le Bihan ist Bretone und liebt alles, was schwimmt. 2006 gründet er TLB Architecture Navale. Das innovative Ingenieurbüro spezialisiert sich auf das Rumpfdesign von Motoryachten mit dem Ziel, deren Energieeffizienz zu verbessern.Seine Philosophie : Eleganz und Leistung.

Tanguy Le Bihan : Neben der gemeinsamen Entwicklungsarbeit an den Booten mit unseren Kunden wie Beneteau arbeiten wir manchmal an Projekten, die eher verrückt anmuten, die außerhalb der üblichen Denkweisen angesiedelt sind. Die Projekte mögen verrückt sein, aber so können wir die Forschung weiter vorantreiben und neue Möglichkeiten ausloten… Unser Antrieb ist die Lust darauf, neue Dinge zu schaffen, immer weiter zu gehen. Wir haben zum Beispiel an einer sehr innovativen Segelyacht gearbeitet, die einen sehr geraden Vorsteven und einem ganz spezifischen Rumpf im Bugbereich hatte.

2008 haben wir die Odonate entworfen, einen Karbon-Motortrimaran mit Elektroantrieb. Ein Prototyp, den wir in unserer Werkstatt in der Bretagne gebaut und auf der Nautic in Paris vorgestellt haben. Er kombiniert Fahrvergnügen mit minimalen Energiekosten und null Schadstoffausstoß. Ich erinnere mich, mit Patrick Tableau, dem Direktor der Motorenentwicklungsabteilung von Beneteau gesprochen zu haben. Er meinte damals :“Hast du vielleicht schon LKWs mit Elektroantrieb gesehen?!

Aber die Entwicklung auf dem Gebiet der Elektromotoren geht ihren Weg. Meiner Meinung nach ist der Markt heute noch nicht reif dafür, einerseits weil diese Technologien noch sehr teuer sind und vor allem weil die Elektromotoren nur bedingt schnell sind. Im Motorbootsport zählt nun einmal die Geschwindigkeit, da kann man sagen was man will. Aber ich bin überzeugt davon, dass die Elektromotoren eine perfekte Verbindung zwischen Segel und Motor sind und dass sich die Zukunft teilweise in diesem Segment abspielen wird!

 

FLYING BOATS

Tanguy Le Bihan : Den Ansatz Leistung und Umwelt verfolge ich auch bei einem anderen Projekt, an dem ich seit einiger Zeit arbeite. Ich bin ein begeisterter Kiter und interessiere mich schon lange für das Thema Motorboote und Foils (Tragflügelboote wie das Hydroptère, „Flying Boats“). Das Prinzip ist ganz einfach: 40 Mal weniger Reibung als ein konventioneller Rumpf, mehr Leistung, bessere Ausbeute für eine höhere Geschwindigkeit. Mit einem Foil sinkt der Treibstoffverbrauch um den Faktor 10 und mit 90 PS kann man bis zum 65 Knoten erreichen. Um diese Geschwindigkeit mit einem klassischen Boot zu erreichen, muss man die Motorleistung vervierfachen. Die Zukunft der Motorbootsports liegt auch hier! 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die erste Zusammenarbeit mit Beneteau war das Projekt Monte Carlo, zuerst die MC5, dann die MC4 und schließlich die MC6. Das Projekt war enorm und umfasste neben den Rümpfen und den Verbundteilen auch die Leistung und die Stabilität der Boote. Auch für die neue Flyer-Modellserie, die Barracudas und den Swift Trawler 50 vertraute Beneteau auf des TLB Know-how in Sachen Leistungssteigerung. 

Tanguy Le Bihan : Die Flyer-Modellserie war ein geniales Projekt. Es gibt kein vergleichbares Konkurrenzprodukt und Beneteau wollte sich hier wirklich klar vom Markt abheben. Der AirStep® 2 Rumpf, an dem wir mit Beneteau Powerboat gearbeitet haben, hat ein fantastisches Fahrverhalten! 10 Monate lang haben wir an den neuen Flyer-Modellen gearbeitet. Das Projekt war extrem technisch, denn der Gewichtsunterschied zwischen einer Standardausführung und einer Full-Option-Ausführung ist fast 50 %! Das sind wirklich schwierige Anforderungen. Dazu kommt, dass die Flyer individuell gestaltet werden können und verschieden ausgestattet sind. Die Zusammenarbeit mit Style&Design war sehr lehrreich. Ich bin der Meinung, dass in einem Projekt jeder das machen sollte, was er am besten kann und dass man so gemeinsam am besten vorankommt. Als Ingenieur mit der Herangehensweise „jedes Ding muss einen Nutzen haben“, habe ich viel von den Designern gelernt. Patrick Tableau und ich, wir ergänzen uns prima und es macht viel Freude, mit ihm zu arbeiten. Er ist eine Art Mentor für mich geworden! 

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